Montag, 23. Februar 2015

Wien is(s)t auch exotisch

Wien hat weder „Chinatown“ noch „Little Italy“, aber jede Menge Ethno-Lokale mit exotischem Flair und Küche – von tibetischen Dumplings bis zum australischen Heuschreckensnack.

Rein technisch gesehen wird die Welt täglich kleiner: Internet und Handy sorgen für sekundenschnelle Verbindungen, und wer mit einem Jumbo von Kontinent zu Kontinent jettet, umrundet die Erde in weniger als 70 Stunden. In kulinarischer Hinsicht wird die Welt allerdings täglich größer: Neben Pizza und Pasta, die schon fast als Hausmannskost gelten, und dem klassischen „Chinesen ums Eck“, der den traditionellen Beisln Konkurrenz macht, erobern neue ethnische Küchen die heimischen Gaumen: japanisches Sushi und mexikanische Enchilladas, indische Curries und marokkanisches Couscous, Pfeffertöpfe aus der Karibik und Kokossorbets aus Thailand kommen zwar nicht oft, aber immer öfter auf den Tisch. Die Zutaten gibt es frisch am Markt oder sie werden, wie in vielen guten Ethno-Restaurants üblich, direkt aus dem Ursprungsland importiert.

Der Supermarkt Prosi

Wer keine Lust hat, sich am Naschmarkt durch die Menschenmengen zu drängeln, muss sich auf den Weg Richtung Urban-Loritz-Platz machen. Im Schatten der neuen Hauptbibliothek findet sich Wiens wohlsortiertester Supermarkt für asiatische, afrikanische und lateinamerikanische Spezialitäten. Mehr als 5000 Produkte stehen zur Auswahl – von Saucen und Pasten über ein riesiges Angebot an Tiefkühlprodukten, speziell Meeresfrüchten, bis hin zu frischem Obst und Gemüse. Für Exotik-Neulinge besonders interessant: die vielen Convenience-Produkte, u.a. indische und thailändische Curries, Suppen und Gemüsegerichte, die nur mehr kurz erhitzt werden müssen.
Wo: Prosi Exotic Supermarket, 1070 Wien, Neubaugürtel 44,http://www.prosisupermarket.com/


Der Wiener Deewan

Inder gibt es viele. Und auch die pakistanische Küche ist in Wien ganz gut vertreten. So gesehen wäre der Wiener Deewan, vom exotischen Namen einmal abgesehen, nichts Außergewöhnliches. Was ihn dennoch von seinen Mitbewerbern unterscheidet, ist das Geschäftskonzept: Jeder zahlt fürs "all-you-can-eat"-Buffet, was es ihm Wert ist, frei nach dem Motto "Pay as you wish!". 
Fixpreise gibt es nur bei den Getränken, Wasser kommt selbstverständlich gratis auf den Tisch. Jeweils 5 Gerichte stehen zur Auswahl, davon 3 vegetarische Varianten – meist herrlich-cremige Currys mit selbst gemischten, gerösteten und gemahlenen Gewürzen. Weiterer Pluspunkt: Take-away (zu Fixpreisen), Zustellservice in die nähere Umgebung mit "Curry Carrier" und Catering.
Wo: Der Wiener Deewan, 1090 Wien, Liechtensteinstraße 10, Url: http://deewan.at/

Crossfield´s Australian Pub

Wien ist anders! Und so verwundert es nicht, dass mitten in der City ein kulinarischer Außenposten Australiens existiert. Wer hinabsteigen will in die Welt von "Down Under", bekommt hier inmitten einer nachgebauten australischen Opalmine exotische Köstlichkeiten serviert – vom zarten Straußen- und Känguruh-Steaks über Krokodilfilets bis zu frittierten Heuschrecken. Die (vermeintliche) Mutprobe lässt sich leichter bestehen, wenn die Snacks der etwas anderen Art mit einem ordentlichen Schluck "Ayer's Rock Red" hinuntergespült werden. Schräg sind auch die wöchentlichen "Travia-Nights": Wer 20 Fragen aus allen nur denkbaren Wissens- und Sachgebieten beantworten kann (solo oder als Team), gewinnt den Jackpot mit australischen Goodies im Wert von 160 Euro.
Wo: Crossfield's Australian Pub, 1010 Wien, Maysedergasse 5, www.crossfield.at

Buchtipp "Wien, wie es isst"


Wien, wie es isst: Wiens umfangreichster Lokalführer mit über 4000 aktuellen Adressen, vom Würstelstand bis zum Gourmetrestaurant – benutzerfreundlich geordnet nach Bezirken, Kategorien und Alphabet. Mittlerweile ebenfalls schon Tradition: die Kom­men­tare und Empfehlungen profilierter Esser und Trinker samt Einkaufstipps. Direktbestellung im bookshop: www.falter.at

Sonntag, 22. Februar 2015

Markt-Tag ist Genuss-Tag

Mit achtzehn ständigen Märkten, unzähligen Wochenmärkte und dutzenden Gelegenheitsmärkten ist in Wien jeder Tag Markttag. Und Genusstag zugleich, denn die Märkte bieten Kulinarisches aus aller Welt – zum Verkosten, Mitnehmen oder Vor-Ort-Genießen.
Mehr als hundert Märkte hat der Wien-Kenner Walter T. Bauer in der Bundeshauptstadt gezählt – vom Altwiener Ostermarkt auf der Freyung, der mit Lokalkolorit punktet, bis zum prominenten Naschmarkt, der Gourmets und Touristen gleichermaßen anzieht.
Begonnen hat die wechselvolle Geschichte der Wiener Märkte bereits im Jahr 1150 mit der Verlegung der Babenberger-Residenz nach Wien. Ab diesem Zeitpunkt mussten durchziehende Kaufleute ihre Ware hier präsentieren – und trafen sich zu diesem Zweck auf Marktplätzen, deren Namen noch heute auf die frühere Nutzung verweisen: Hoher Markt, Fleischmarkt, Getreidemarkt oder Bauernmarkt.
Aber auch außerhalb der Stadtmauern wurde rege gehandelt. Beispielsweise "am Schanzl", wie der Uferstreifen des Donauarmes zwischen dem Rotenturm-Tor und der Kirche Maria am Gestade damals genannt wurde. Oder am "Ochsengries", wo jede Woche freitags am linken Ufer des Wienflusses im Bereich des heutigen Beethovenplatzes Schafe und Schweine, Rinder und Kälber verkauft wurden.
Von Fisch einmal abgesehen, wird heute kaum mehr Lebendvieh verkauft. Dafür kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt: Ob Altwiener Schmankerln oder türkischer Kebap, italienische Pasta oder chinesische Dim Sum – was auch immer der Gaumen begehrt, wird auf Wiens Märkten angeboten.
Wer hier lebt, hat also die Qual der Wahl – denn es lohnt sich, einmal über die eigenen Bezirksgrenzen hinweg das Marktangebot zu testen. Zehn sehr unterschiedliche Wiener Märkte stellen wir hier vor – 5 ständige Märkte, 5 Gelegenheitsmärkte. Eine Übersicht aller Märkte in Wiens Bezirken finden Sie auf der Internetseite des Wiener Marktamtes.

Naschmarkt

Der "Bauch von Wien" ist vielleicht nicht ganz so spektakulär wie seine Namensbrüder in Barcelona oder Paris – aber definitiv die heißeste Meile der ganzen Stadt für alle, die gerne shoppen und genießen. Die riesige Auswahl an exotischen Lebensmittel macht denNachmarktzum kulinarischen Multi-Kulti-Einkaufsparadies. Und nirgendwo sonst findet sich diese Kombination aus exzellenter Lebensmittelauswahl und abwechslungsreicher Gastronomie auf so engem Raum.